Michaeli in der Unterstufe – 2015

Michaeli in der Unterstufe – 2015

Um Michaeli ist es Zeit zum Innehalten, zum Rückblicken – zum Abwägen des eigenen Handelns. Auch in der Natur steht in dieser Zeit das Licht mit der Finsternis in der Waage. Hell und dunkel, Tag und Nacht, Gut und Böse: Das eine gibt dem anderen seinen Sinn. Aber was überwiegt? Wonach streben wir? Wie entscheiden wir uns?

Auch wir in der Unterstufe wollten natürlich alle, dass das Gute überwiegt und so haben die Kinder der zweiten, der dritten und der vierten Klasse zwei Wochen vor Michaeli begonnen, möglichst viele gute Taten zu tun. Wir zählten die guten Taten mit faustgroßen, weißen Marmorsteinen.
Am Michaeli-Tag hatten die Lehrer dann auf der einen Seite unserer großen Steh-Wippe im Pausenhof einen großen schwarzen Stein, der für das Böse stand, platziert und auf der anderen Seite stand ein großer Korb, der sich nach und nach mit den vielen kleinen guten Taten füllte. Es blieb bis zum Schluss spannend… Als dann die Wippe (Michaeli-Waage) gerade noch im letzten Moment umschlug, ging ein lautes Raunen über den Hof und man sah viele erleichterte Kindergesichter.
Da man ja für gute Taten besonders viel Mut und Kraft braucht, gingen wir anschließend noch in den Wald, um 3 Mutproben zu bestehen. Die erste Aufgabe war, sich mit bloßer Armkraft an einem Tau so lange wie möglich in der Luft zu halten. Bei der zweiten galt es, sich mit verbunden Augen durch unwegsames Gelände vorbei an „tiefen Abgründen“ führen zu lassen.
Die dritte Mutprobe schließlich bestand im Balancieren mit und ohne Hilfe über umgefallene Baumstämme in bis zu zwei Metern Höhe.
Nach so viel Tatkraft hatten wir uns das Mittagessen redlich verdient. Es schien den Kindern besonders zu schmecken…