Klassenspiele

Klassenspiele

Theaterspiel in der 12. Klasse

Ziel des „Abschlussspiels“ sollte eine weitgehend selbstständige Schüleraufführung des Theaterstücks sein. Die Erarbeitung verläuft nicht mehr vornehmlich prozessorientiert, wie in der Mittelstufe, sondern ist viel zielorientierter, auf den festgelegten Aufführungstermin. Die jungen Erwachsenen stehen zunächst vor der Herausforderung, ihr Stück aus mehreren Vorlagen auszuwählen.

Klassenspiel der 11a und 11b, 2015

In der Diskussion darüber werden eigene Motive deutlich, hoffentlich sogar aktuelle Bezüge formuliert. Das Theaterprojekt kann schließlich nur durch eine zwar intensiv pädagogisch begleitete, aber idealerweise weitgehend selbstständige künstlerische Auseinandersetzung mit den verschiedenen Elementen der dramatischen Darstellung erfolgreich erarbeitet werden. Dieser Anspruch wird natürlich in verschiedenen Klassen oder in heilpädagogischen Schulen unterschiedlich gut gelingen. Die Erarbeitungsschritte und Aufgabenbereiche unterscheiden sich dabei jedoch kaum von denen des Achtklassspieles.

Auf der Bühne ist jetzt jedoch jeder Spieler umfassend gefordert. Das Denken, Fühlen und Handeln einer verkörperten Rolle offenbart sich im schauspielerischen Ausdruck, im Sprechen und in der Gebärde. Gelungene Abschlussspiele präsentieren überzeugende Charaktere.

Klassenspiel der 11a und 11b, 2015

Jetzt gelingt es den Schülern meistens, fremde Gedanken als Realitäten überzeugend zu verkörpern. Durch ihren sprachlichen Ausdruck und ihre Gesten werden Worte zu Taten und im Dialog Gesten zur Sprache. Nicht nur an heilpädagogischen Schulen ist die therapeutische Wirkung solcher umfassenden Intensivarbeiten immer wieder zu bestaunen.

Eine hervorragende Vorbereitung auf viele nachschulischen Lebens- und Berufswirklichkeiten sind jetzt aber genauso die „backstage activities“, die Arbeiten an den Kulissen und hinter der Bühne. Fähigkeiten wie Phantasie, Wirklichkeitssinn, Genauigkeit, ein passendes Zeitmanagement, Kooperations- oder Improvisationsvermögen- und alles im Team, müssen jetzt bewiesen werden. Unter Zwölftklässlern kann es zu Kompetenzwettbewerben um Details oder das Ganze kommen. Die Schüler lernen jedenfalls, eine Dichtung so zu analysieren und umzuwandeln, dass durch eigene schöpferische Gestaltung ihr gewaltiges, vielschichtiges Kunstwerk entsteht.
Kann es überhaupt überzeugendere schulische Vorbereitungen auf die späteren Arbeits- und Lebenswirklichkeiten in unserer modernen, arbeitsteiligen Welt geben?

Klassenspiel der 11a und 11b, 2015