Gartenbau

Gartenbau

Die Oberstufe

 

In der Oberstufe erfolgt der Gartenbauunterricht nur noch epochal.

Das Korbflechten und das Land-und Forstpraktikum sind die großen Themen der neunten Klasse.

 

Das Korbflechten

 

Zum Flechten mit Weidenruten braucht es Kraft. Sich intensiv mit dem Material auseinander zu setzen, ohne es zu zerbrechen, erfordert Einfühlungsvermögen, Geschicklichkeit und Kennenlernen seiner eigenen Kräfte. Der Aufbau des Weidenkorbes erfolgt in einer bestimmten Reihenfolge, jeder Schritt muss stimmig ausgeführt werden, ansonsten droht der Korb auseinander zu brechen. Korbflechten ist der Sport für bewegtes Denken, fördert Zusammenhänge zu erkennen und Konsequenzen zu ziehen aus Tun und Lassen. Formkräfte sind gefragt, besonders in einer Lebensphase, in der Jugendliche dazu neigen, ins Formlose zu fallen. Geduld und Ausdauer sind ebenso gefragt und stärken den Willen der Schüler.

 

Das Landbaupraktikum

 

Während im Schulgarten die Tätigkeiten meist mit Händen und Handgeräten ausgeführt werden, erlebt der Schüler auf dem Bauernhof den Einsatz von Maschinen und Technik zu Erleichterung der Arbeiten.

Arbeitseifer und Arbeitswille entwickeln sich durch die Notwendigkeiten der Arbeiten (die Tiere müssen versorgt werden) und die „externen Pädagogen“: die Bauern, Gesellen und Meister, welche an Stelle des Gartenbaulehrers die Schüler anleiten, als Vorbilder, Berater und Mitstreiter.

 

 

Der krönende Abschluss der 10. Klasse: das Veredeln und der Obstbaumschnitt

 

Die Schüler in das Mysterium des Pfropfens und in die Kunst des Obstbaumschnittes einzuführen bedeutet, sie zu lehren, sich klare Ziele für die nächsten Schritte und auch für die fernere Z

 

ukunft zu setzen. Es bedeutet, ihm zu helfen, die Kräfte, die in ihm stecken, hervorzuholen und zu entwickeln. Der Schüler kann erleben, dass er hindernde Gewohnheiten verändern und neue Wege gehen muss, um Anforderungen gerecht zu werden. Die Entwickelung eines Obstbaumes von der Veredelung bis zum Alter kann dabei ein Bild für diesen Prozess sein.

 

Das Veredeln und der Obstbaumschnitt erfordern Mut und Tatkraft, Feingefühl und Übersicht, Einsicht in sein Tun im Hier und Jetzt und für die Auswirkungen in der Zukunft.

 

 

Einige Textzeilen entstammen dem empfehlenswerten Buch: Gärten der Zukunft , Der Gartenbauunterricht an Waldorfschulen ,Herausgegeben von Christoph Kaiser ,Verlag Freies Geistesleben

Die Abbildung der Veredelungstechnik entstammt der Website „Mein schöner Garten“